Errätst du, worum es im Werbefoto dieses brasilianischen Kondomeherstellers geht? Es ist ein Paradebeispiel dafür, dass ein Bild mehr sagen kann, als 1000 Worte. Apropos, dein Elevator Pitch besteht nur aus wenigen Worten. Und trotzdem ist es nicht dieser prägnanter Mini-Text, den dein Website-Besucher zuerst sieht und versteht. Sondern ein Bild

 

 

1. Vorteil Bilder: Wir erfassen Bilder schneller, als Texte

 

Weißt du, was passiert, wenn ein Fremder deine Website anklickt?

Die Startseite geht auf und dein Besucher hat nach 3 Sekunden ein Gefühl, womit er dich verbindet.

Allerdings nicht durch deinen Elevator Pitch.  (Die kurze, prägnante Vorstellung deines Angebotes.)

Denn um Texte zu verstehen, braucht unser Gehirn viel länger. (Etwa 4-6 Wörter pro Sekunde, abhängig von der Leserfähigkeit und der Textschwierigkeit.)

Sofern er ein Bild und einen Text sieht, wandern seine Augen zuerst zum Bild – und nur dann zum Text. Bilder funktionieren als Türöffner. Sind sie für uns spannend genug, fangen wir an die dazugehörigen Zeilen zu lesen.

Einer der wichtigsten Vorteile von Bildern ist, dass wir  sie in Sekundenschnelle erfassen können: Da wir sind als Einheit begreifen und nicht analysieren – wie wir es sonst mit Texten tun.

Dein Website-Besucher macht sich mit deinem Startfoto buchstäblich ein Bild von dir (und deiner Marke).

Dieses innere Bild beeinflusst ihn dabei, ob er bleibt oder geht.

Meistens ist das Erste, was dein Website-Besucher wahrnimmt, eben dein Header-Foto. (Dieses meist längliche Startbild/Hero-Shot.) Das ist das wichtigste Foto „above the fold“ (im Webdesign der Bereich einer Seite, den der Besucher auf einem Blick sieht, ohne zu scrollen).

Dieses Header Foto ist nicht umsonst an der prominentesten Stelle deiner Unterseite:

Dein Besucher soll sofort wissen, ob deine Website für ihn relevant ist.

Bringt dein Header-Foto/Hero-Shot/Startbild die nötigen Informationen nicht mit, kann es gut sein, dass dein Interessent abspringt.

 

Meine Tipps zu Header-Fotos:

 

Meine Tipps für andere Website-Fotos:

  • Bebildere deine Texte mit passenden Fotos. Greife dein Thema sinnvoll auf und visualisiere es
  • Ersetze komplizierte Texte durch Bilder. Das können Fotos, bewegte Bilder (Videos) oder Grafiken sein
  • Nimm Bilder, die für deine Website-Besucher eindeutig-verständlich sind. (Bilder, die einen klaren Fokus haben.)

 

 


2. Vorteil Bilder: Sie wirken emotional

 

Ein weiterer Vorteil von Bildern ist,  dass sie eine Reihe von Assoziationen (Gedankenketten) lostreten.

Bilder beeinflussen unsere Gefühle. Ihre Wirkung ist stark und subtil, der wir uns kaum entziehen können.

 

Beispiel:

Eine Lederdesignerin verkauft schöne und paraktische Handyketten an Frauen. Da ihre Zielgruppe großteils aus Müttern besteht, zeigt sie in ihren Bildern die Vorteile des Produkts:

  • Die Frauen haben die Hände frei, was das Handy um ihren Hals hängt
  • Sie müssen nicht in ihrer Tasche herumkramen, wenn’s klingelt. Das Handy ist stets griffbereit
  • Die Handykette erlaubt es ihnen schnell zu reagieren: wenn sie z.B. ihre Kinder in einer spontanen Situation fotografieren wollen, usw…

 

Was passiert, wenn die Mütter diese emotionalen Moodbilder auf der Website sehen?

Sie können diese Motive nicht mehr ungesehen machen. (Es gibt ja diesen Spruch: „Ich kriege diese Bilder nicht mehr aus meinem Kopf.“)

Sie sehen sich selber in stressigen Alltagssituationen, oder erinnern sich an welche, wo sie das Handy hätten sofort griffbereit haben müssen. Nun sehen sie sich ganz ruhig, weil sie beide Hände für ihre Kinder frei haben. Sie fühlen, dass ihr Leben durch die praktische Handykette leichter wird.

Die Bilder haben die Mütter emotional abgeholt. Das ist elementar. Denn Kaufentscheidungen sind meistens emotionale Entscheidungen.

 

Wie kannst du das für dein Business nutzen?

  • Füge deinen Angebots-Texten ausdrucksstarke Bilder hinzu
  • Setze Moodbilder ein, die in deinem Kontext neugierig machen, Freude auslösen, zum Nachdenken anregen, Spannung erzeugen, überraschen, erinnern, oder zum Lachen bringen
  • Verzichte auf Gefühlsduselei! Mit Bildern absichtllich auf die Tränendrüse zu drücken kann billig rüberkommen
  • Setze auf kleinere, aber echte Emotionen, die wirklich Teil deiner Arbeit sind. (Markenwerte, Wünsche/Ziele deiner Kunden, positive Veränderung durch deine Angebote, etc…)
  • Lass die Finger von gestellten Fotos, bzw. geflunkerten Bildinhalten

 

 

3. Vorteil Bilder: Sie wecken das Interesse und lenken die Aufmerksamkeit

 

Ich erinnere mich an einen Palmers Werbeplakat aus den 90ern. Das Foto hat damals mehrere Auffahr-Unfälle verursacht, weil die Fahrer von den 5 sexy Frauen in Dessous abgelenkt waren.

Vielleicht kennst du das selber: Neugierige Gaffer auf der Straße, die auf ein schreckliches oder unerwartetes Bild aufmerksam geworden sind, sei es ein schrecklicher Unfall oder spannende Dreharbeiten.

Auf Instagram ist es genauso: Während du scrollst, bleibt du an einem Bild hängen und liest den dazugehörigen Text.

Die Statistik zeigt: Artikel, die mit dazu passenden und prägnanten Bildern haben etwa 8-10% mehr Leser. Bildstrecken schauen wir noch länger an, und zugehörige Artikel lesen wir häufiger.

Meine Tipps:

  • Überrasche deinen Website-Besucher mit unerwarteten Bildmotiven! (Was ist atypisch für deine Branche? Was trauen sich andere nicht zu zeigen? Sei originell, witzig und scharfsinnig
  • Starte deinen Blogbeitrag mit einem spannenden Foto, so, wie hier
  • Setze ganze Bildstrecken ein! (Z.B. auf der Salespage oder der über mich-Seite.)

 

Wenn du geballte Information nur als geschriebenen oder gesprochenen Text erhältst, kann deine Aufmerksamkeit schnell nachlassen. Du  wirst wahrscheinlich desinteressiert und müde.

Wenn wir aber Bilder integrieren, macht es dich wahrscheinlich neugierig. Du kannst dich länger auf den Inhalt konzentrieren.

 

Wie kannst du das für dein Business nutzen?

Besonders bei langen Texten solltest du immer wieder Bilder einsetzen:

  • Zur Einleitung von neuen Kapiteln
  • Um Inhalte zu ergänzen
  • Um die Texte aufzulockern
  • Um Sachverhalte zu erklären

 

 

4. Vorteil Bilder: sie sind leicht verständlich

 

Wir nehmen Bilder ohne große Anstrengung wahr, weil wir sie als Einheit verstehen. Wir analysieren sie weniger, als Texte.

 

Und jetzt wird’s richtig spannend:

Je realistischer ein Bild ist, desto besser können wir es behalten und uns umso besser daran erinnern.

 

Wie wir uns an ganz bestimmte Bilder erinnern, siehst du hier:

  1. Ein echtes Objekt bleibt länger im Gedächtnis, als ein Farbfoto vom selben Objekt
  2. Ein Farbfoto behalten wir besser, als das selbe Foto in Schwarz-Weiß
  3. An ein SW-Bild erinnern wir uns besser, als an eine Zeichnung vom selben Bild

 

Je lebendiger die inneren Bilder sind, die durch das gesehene Bild erzeugt wurden, umso leichter und länger können wir sie speichern.

Ein Bild empfinden wir dann als lebendig, wenn

  • es voller Assoziationen ist
  • anders ist, als andere Bilder

Wie kannst du das für dein Business nutzen?

  • Lass die Finger von Massenfotos, die du auf jeder zweiten Website siehst. Nimm eigene Bilder, die nur du hast: Stockfotos und ihre 3 größten Tücken
  • Lass deine Fotos nicht bis zur Unkenntlichkeit bearbeiten. Denn je realistischer, umso besser können wir uns daran erinnern

 

 

5. Vorteil Bilder: wir nehmen sie glaubwürdiger wahr als Texte

 

Wir sind geneigt, Bildern zu glauben – wir nehmen sie als selbstverständlich hin. Sie gelten trotz Photoshop, KI & Co. deutlich glaubwürdiger, als Texte.

Wie kannst du das für dein Business nutzen?

  • Verzichte auf Stockfotos, die nichts mit dir und deinem Business zu tun haben
  • Gib deinem Leser einen Einblick in deine Arbeit
  • Zeige deinem Website-Besucher realitätsnahe Bilder

6. Vorteil Bilder: sie können Inhalte veranschaulichen

 

Es gibt viele Websites mit ellenlangen Texten. Zum Teil sind ausführliche Angebotsbeschreibungen wichtig, zum Teil kann der Leser bei’m Buchstabensalat schnell abspringen.

Passende Bilder können solche Texte nicht nur auflockern und den Augen eine Pause bieten: Sie können die gleichen Infos in nur wenigen, treffenden Fotos liefern.

Bilder können komplizierte Sachverhalte veranschaulichen, und das häufig  unabhängig von der Muttersprache und der Kultur.

 

Meine Tipps:

  • Nimm nichtssagende Fotos von der Website, die keine relevanten Infos über dein Business geben
  • Platziere Bilder, die deinem potenziellen Kunden mit einem Blick zeigen, was ihn bei dir erwartet
  • Nutze Fotos, Videos oder Grafiken, um komplizierte Sachverhalte leicht zu vermitteln.

 

 

7. Vorteil Bilder: sie geben deiner Marke einen erkennbaren Stil

 

Während es schon mehrere oder längere Werbetexte braucht, bis du ein Gefühl für meinen Stil kriegst, siehst du das an meinen Bildern schneller und eindeutiger. (Vorausgesetzt, ich habe mich auf einen Look festgelegt und habe ihn durchgezogen.)

Beispiel:

Eine kleine italienische Trattoria mit karierten Tischdecken, rustikalem Deko, einer deftigen Speisekarte und Hauswein braucht eine andere Aufmachung, als der Edel-Italiener: Er hat 5 sehr teuere und feine Gerichte, eine pompöse Einrichtung vergoldetes Besteck und 2 Michelin-Sterne.

 

Meine Tipps:

  • Deine Bilder sollen deine Werte widerspiegeln und zu deinem Publikum passen
  • Zeige klar und deutlich, welchen Stil, welche Qualität, etc… deine Interessenten bei dir erwarten können
  • Passe deine Bilder an deine Corporate Identity (Erscheinungsbild) an – oder umgekehrt. Ein harmonisches Gesamtbild verstärkt die Glaubwürdigkeit

 

 

8. Fazit: Gute Bilder sind ein Must-Have

Ich kenne Unmengen von Websites. Allerdings habe ich bisher nur 4 gesehen, die auch mit durchschnittlichen Bildern auskommen:

Diese 4 Websites gehören Journalisten und Conversion Copywritern. Ihre Texte sind so grandios, dass sie auf Werbefotos getrost verzichten können.

Es gibt allerdings Berufe, die wir visuell fantastisch darstellen können und sollten: Ein Tischler, ein Fotograf oder ein Designer können weit und breit ihre Arbeitsweise und Produkte beschreiben. Aber, was bringt uns das? Wir müssen das sehen.

Der Spruch ist zwar auf (Werbe)Texte gemünzt. Trotzdem passt er hier:

Show! Don’t tell!

 

Am besten ist und bleibt die Kombi:  Starke Werbefotos mit starken Werbetexten.

Übrigens: ganz egal, ob du dich an deine Werbetexte oder Werbefotos machst – vorher muss die Strategie stehen!

 

Welche du auch erstellst, musst du immer vor Augen haben:

  • Kenne deine Ziele!
  • Kenne den Kontext!
  • Kenne deinen Interessenten!

 

Beispiele:

Starke Werbefotos brauchen keinen Text. So, wie die berühmte Benetton-Kampagne aus den 90ern

 

Cooler Werbetext, passendes Werbefoto bei Baldessarini: “What separates men from boys”

guter Werbetext und gutes Werbefoto in der Baldessarini Werbung

 

 

WonderBra macht es einfach und einfallsreich: “Fits naturally”

einfallsreiche WonderBra Werbung mit Orangen

 

 

Die perfekte Harmonie zwichen Text und Bild. Humor ist geil!

Humorvolle Astra Werbung mit Sixpacks

 

Manchmal sind Bilder wirklich nur hübsches Beiwerk: Starker Text

Super Werbetext von Mini