Schlechte Businessfotos: Diese Bilder versauen jede Website

von | 16. Apr 2021 | Tipps Website Fotos | 0 Kommentare

Gehörst du zu den Wenigen, die fantastische Bilder auf ihrer Website haben? Bilder, die das Resultat eines durchdachten Konzeptes sind?  Die Geschichten erzählen, Persönlichkeit zeigen und mit ihrer markanten Ästhetik im Gedächtnis bleiben? Herzlichen Glückwunsch: Du hast den Sinn der Branding-Fotos und Firmenportraits verstanden.

Oft sehe ich aber immer noch stiefmütterliches Bilder-Material: Langweilige, formelle Portraits, rein informative Aufnahmen ohne Emotionen, nichts-sagende, unpersönliche Stockfotos, dunkle, verwackelte Bilder, … Die Fehler, die man bei Fotos für die Website machen kann, sind vielfältig und manchmal echt banal. (z.B. ein Businessportrait, das Mitten im Gesicht abgeschnitten ist, oder ein Bild, was überhaupt nicht zum Text passt.)

Dabei ist deine Business-Website DIE Chance den Besucher vom Hocker zu reißen, zu zeigen, was dich von den anderen unterscheidet, wofür du stehst, wie toll deine Angebote sind.

Aber oft bleiben die Bilder auf der Strecke, weil uns die Kohle ausgeht, oder die Energie oder das Know-How, WIE oder WIE NICHT sie sein sollen, dazu fehlen.

1. Konzeptlose Fotos

Mist, der Header sollte links noch Platz für einen Text haben und dafür wäre ein weißer Hintergrund viel besser gewesen! Außerdem passen meine Bilder überhaupt nicht zum Content und die hochformatigen Fotos gehen gar nicht für die mobile Ansicht!

So kann’s laufen, wenn du völlig planlos in ein Shooting schlitterst oder einfach nur irgendwelche Fotos nimmst. Leider sehe ich immer noch haufenweise Websites, die keinen roten Faden haben und wirr daher kommen.

Diesen Satz wirst du noch sehr oft von mir hören:

Meistens ist ein gutes Foto eins, worüber man sich Gedanken macht.

Bevor ich mit meinen Kunden shoote, bekommen sie einen ausführlichen Fragebogen von mir.

Den schauen wir uns zusammen an und überlegen, wie wir ihre Firma in Szene setzen können. Am Ende soll dein Kunde das Gefühl haben, dass deine Produkte & Angebote genau das sind, was er gesucht hat.

Mit der Erstellung eines Konzeptes wird deine Website professionell und liebevoll zugleich:

  • Deine potenziellen Kunden kriegen auf Anhieb das Gefühl, dass du genau weißt, was du tust.
  • Außerdem sparst du dir mit einem guten Konzept jede Menge Zeit, Ärger und Geld.

 

Ein konkretes Beispiel:

Du findest einen coolen Fotografen, der wirklich tolle Bilder macht. Ihr shootet drauflos, ohne Plan.

Er fragt dich, ob du eher Hochformate oder Querformate brauchst. Du weißt es nicht, also macht ihr Beides, was euch natürlich viel mehr Zeit (und womöglich auch mehr Geld) kostet. 

Da ihr Portraits ausgemacht habt, geht er näher ran und hat dein Gesicht voll im Bild. Erst, wenn du die Fotos in die Website einpflegen möchtest, siehst du, dass auf dem Header keinen Platz für Text gibt. Wie ärgerlich!

Die Bilder sind wirklich gut geworden, allerdings gibt es keins, das einen ruhigen Hintergrund hat. Auch daran habt ihr nicht gedacht. Ein Glück, dass der Fotograf die Bilder freistellen kann. Die Extra Bildbearbeitung kostet natürlich mehr.

 

MEIN TIPP:

  • Erstelle mit deinem Fotografen ein Konzept, BEVOR du shootest! 

Überlege,

  • wer deine Zielgruppe ist
  • was dein Ziel ist
  • welche Werte du vermitteln möchtest
  • was für einen ersten Eindruck dein Kunde haben soll
  • welche Bilder zu deinem Content passen
  • welche wichtige Informationen und Emotionen gezeigt werden sollen

Und noch ein Haufen anderer Sachen, die wirklich wichtig sind.

 

2. Unpersönliche Stockfotos

 

Sie sind DIE Alternative, wenn’s unkompliziert, günstig und zackig gehen muss. Allerdings verschenkst du mit diesen Bildern wichtige Punkte:

  • Persönlichkeit
  • Sympathie
  • Authentizität

Nicht gesprochen davon, dass solche Massenbilder oft:

  • gestellt sind
  • gar nicht zu deinem Business passen
  • nichts über dich aussagen

MEIN TIPP:

  • Spare nicht an den Fotos! Verzichte auf den Einheitsbrei und mache eine markante Website, die im Gedächtnis bleibt!
  • Nimm deine eigenen Portraits und Bilder von deinen Produkten/deiner Dienstleistung, deinen Mitarbeitern und Räumlichkeiten.

Es wird einen Unterschied machen, wie Tag und Nacht. Aber nur, WENN du den nächsten Punkt berücksichtigst.

 

 

 

3. Amateur-Fotos

Meinst du echt, dass du mit konzeptlosen, technisch oder inhaltlich nicht guten, etc… Bildern deinen Kunden beeindruckst? Ein professionelles Foto ist nicht nur technisch auf dem Punkt, sondern auch in seiner Aussage super getroffen. Es ist emotional, fokussiert, hat einen eigenen Stil und fesselt den Betrachter. Bei mangelhafter Qualität und Bildern ohne erkennbarem Konzept wird sich dein Website-Besucher fragen, was das soll?

MEIN TIPP:

  • Buche einen professionellen Fotografen. Jemanden, der ein gutes Portfolio hat und deine Vision versteht. Wenn du dich bei ihm aufgehoben fühlst, und seinen Stil cool findest, legt los. Hochauflösende Fotos, die eine einheitliche Farbwelt und die für dich passende Aussage haben, werten deine Website auf.

 

Wie du einen richtig guten Businessfotografen findest, lies hier!

4. Unterschiedliche Bilder

Wenn das Fotomaterial auf deiner Website nicht aus einem Guss ist, kann es den Eindruck erwecken, dass du die Seite schnell zusammengewürfelt hast: Hier drei Stockfotos, dazu einige selbstgemachte Bilder in einem ganz anderen Stil und noch ein paar Grafiken. Ganz schlecht.

 

MEIN TIPP:

  • Achte darauf, dass die Aufnahmen ein harmonisches Gesamtbild ergeben. Nicht nur von Foto zu Foto: sie sollen Hand in Hand mit dem Text und der Aussage deiner Website gehen.

 

 

 

5. Zu kleine Fotos

Ich sehe unzählige Websites mit ganz kleinen Bildern. So klein, dass ich nichts erkennen kann. Das hat für mich keinen Sinn.

MEIN TIPP:

  • Nimm lieber weniger, dafür eher größere Bilder, auf denen man auch die Details sieht.

6. Zu große Fotos

Du denkst wahrscheinlich, dass ich spinne: eben schreibe ich noch, dass du nicht zu kleine Bilder nehmen sollst. Stimmt. Aber zu große sind auch blöd, weil sie die Ladezeit total verlangsamen. Dabei ist Schnelligkeit ein wichtiges Kriterium dafür, dass deine Website-Besucher länger bleiben.

MEIN TIPP:

Komprimiere deine Fotos!

  • So reduzierst du den Speicherplatz, den du für die Speicherung deiner Bilder brauchst
  • Deine Seite lädt viel schneller (so werden deine Besucher nicht vergrault)

Hier sind zwei sehr coole, kostenlose Online-Tools, mit denen du deine Bilder komprimieren kannst:

Beide arbeiten mit einem Drag & Drop-System. Du kannst mehrere Bilder gleichzeitig hochladen und das Resultat der Komprimierung in einer Vorschau ansehen. Danach kannst du die komprimierten Bilder runter laden.

 

7. Unscharfe Bilder

Es passiert mir immer wieder, dass ein inhaltlich tolles Foto an der falschen Stelle scharf oder total verwackelt. ist. Dann ärgere ich mich, weil ich es nicht nutzen kann und werde.

MEIN TIPP:

  • Lass die Finger von unscharfen Fotos, und auch von welchen, die an der falschen Stelle scharf sind. Wenn du z.B. dein Produkt zeigen willst und dabei der Hintergrund im Fokus steht, verliert das Bild seine gewünschte Aussage. Verzichte dann lieber auf das Foto und nimm ein anderes, oder wiederhole das Shooting.

Glaube mir: Viele Menschen urteilen schnell und gern nach dem schwächsten Teil deiner Präsentation. Dein Kunde könnte annehmen, dass wenn du schon in der Auswahl deines Fotos so Schlendrian bist, dass du ähnlich arbeiten könntest.

Wähle Qualität statt Quantität!

8. Zu alte Fotos

Wirklich doof, wenn deine Website bald fertig ist, du aber kein aktuelles Bildmaterial hast. Vielleicht bringen es die Bilder von der alten Website oder welche aus den 90ern?

MEIN TIPP:

  • Ehrlich, lass es sein. Zum Einen erkennt man alte Fotos sofort an ihrer Optik (ob es eine Verfärbung, die grobe Körnung, oder die damals typische Mode oder Frisur sind), zum Anderen können sie den Eindruck hinterlassen, dass du nicht zeitgemäß oder einfach faul bist, dein Bildmaterial auf den neuesten Stand zu bringen.

Es gibt aber auch tolle Beispiele für alte Fotos: Ich habe auf einer “Über mich”-Seite einer Digital-Strategin drei tolle alte Kinderfotos gesehen. Sie zeigen die Unternehmerin, wie sie damals schon als Tochter der Apotheker-Familie in der Apotheke steht. Diese Bilder haben Charme und passen thematisch wie Faust auf’s Auge.

 

 

9. Falsch geschnittene Bilder

Himmelarschundzwirn! Ich verstehe nicht, warum manche Menschen ihre Portraits Mitten im Gesicht abschneiden, oder mit dem Scrollen im Bild die wichtigste Stelle verschwinden lassen: die Augen.

Die meist geklickten Fotos sind die, auf denen man ein Gesicht erkennt. Noch besser sind welche, auf denen man die Augen sieht. Und auf Platz 1 sind die Fotos, auf denen wir direkt angeschaut werden.

MEIN TIPP:

  • Wenn du schon scharfe, sympathische, tolle Businessportraits von dir hast, dann schneide sie um Himmels Willen nicht mitten im Gesicht ab!
  • Achte darauf, dass du – auch bei einem authentischen Firmenportrait-Shooting mit natürlichen Fotos – ab und zu in die Kamera guckst. Augen sind der Spiegel der Seele. Nichts drückt Emotionen besser aus als sie.

Wusstest du, dass ein sympathisches Portrait mit Blick in die Kamera die Conversion-Rate bei der Newsletter-Anmeldung erhöht?

 

 

10. Geschummelte Inhalte

Ich habe mal im www nach einem Arzt gesucht und fand eine irre Website. Die Bilder zeigten ein auffällig junges Ärzte-Team. Alle mit Model-Visage. Nach dem ersten Staunen stellte ich fest, dass die Firma Models beauftragt hat, ihre Tätigkeit nachzuahmen und ihre Seite zu schmücken. Ich fand es echt enttäuschend, denn ich konnte weder sehen, ob mir der Arzt sympathisch ist, noch, wie er wirklich arbeitet.

MEIN TIPP:

  • Zeige auf deiner Seite echte Bilder! Authentische Aufnahmen von dir, deinen Leuten, den Angeboten, der Location. Ich finde z.B. Bilder, die eine Firma hinter den Kulissen zeigen, einen Einblick in ihre tatsächlichen Abläufe geben, total cool. Sie machen neugierig und Lust auf mehr. Echtheit ist mutig, sympathisch und informativ.

Solltest du z.B. ein Kundengespräch oder ein Training darstellen, mache es mit echten Kunden, und spiele es nicht vor.

Die Regel ist so einfach:

Willst du, dass dir dein Interessent vertraut? Dann sei glaubwürdig.

 

11. Zu viel Nachbearbeitung

Bildbearbeitung gehört für mich inzwischen fast mehr in die Kategorie “Vertrauen” als in die Kategorie “Ästhetik”.

Die Denkweise „Mehr hilft mehr“ ist hier (wie auch bei total zugekleisterten Gesichtern Fehl am Platz: Ein Portrait, das bis zur Unkenntlichkeit in den Weichzeichner getaucht wurde hat ein Schummel-Image. Kunden kaufen, wenn sie vertrauen. Mit so viel Maskerade ist allerdings die Glaubwürdigkeit dahin.

MEIN TIPP:

  • Natürlich kann dein Fotograf mal einen Pickel weg retuschieren. Allerdings sollte dir klar sein, dass wichtige Merkmale, wie z.B. deine Mund-Form, die Farbe deiner Augen oder ein Muttermal, für dich charakteristisch sind.
Zsu

Zsu

Ich bin Zsu, Bild-Beraterin und Businessfotografin.

Mein Ziel ist es dir zu zeigen, wie du mit Bildern Menschen überzeugst.
Kaufentscheidungen sind emotionale Entscheidungen: Es gibt kein Verkaufstool, was mehr wirkt, als emotionale Bilder.
Wenn du Businessfotos haben möchtest, die wirklich Werbung für dich machen, hol dir meinen Video Minikurs und leg mit deiner Bildplanung los! Es kostet dich keinen Cent.

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