Business-Fotoshooting: Der richtige Zeitpunkt

von | 28. Mrz 2022 | Planung Website-Fotos | 0 Kommentare

Etwa 80% meiner Kunden haben bereits mindestens ein Business Fotoshooting hinter sich – und sind enttäuscht über die Bilder: „Verplempertes Geld für diesen Einheitsbrei“ – ist nur einer der miesen Kommentare. Aber liegt es am Fotografen, dass die Ergebnisse so schlecht sind? Ich meine, selten.

Als ich damals zum 1. Termin zu meinem Kunden – einem Winzer – ging, hatte ich mein Notizbuch und einen Kuli dabei.

Er fragte, wo mein Equipment sei, und staunte, warum ich ihn nicht gleich portraitiere. Ich sollte seine neue Website anschauen, sein tolles Logo und die eleganten Flaschen.

Er war verdutzt, als ich ihm vorschlug, eine große Runde in seinen Weinbergen zu drehen. Ich wollte sehen, wie er arbeitet, wie die Abläufe im Weinkeller sind. Er sollte mir über sein Business, seine Wünsche und Ziele erzählen. Was wäre der Motor, der ihn antreibt jeden Morgen um 04h aufzustehen und diesen Knochenjob zu machen? Was ist das, was er anders macht, als alle anderen Weinhersteller? Welche Werte sind ihm wichtig, wer sind seine Kunden?

Nachdem klar war, dass er sich mit diesen „Details“ noch nicht beschäftigt hat, schlug ich vor das Shooting zu verschieben. Er sollte zunächst sein Business durchleuchten. Und übrigens, genau das lege ich dir auch an’s Herz, bevor du Zeit, Geld und Mühe in ein Business Fotoshooting investierst.

 

 

1.0. Gute Businessfotos sind Werbefotos. Und keine Bilder im Business-Look

 

Hast du dich mal gefragt, warum du unbedingt Businessfotos brauchst?Klar, du hast eine Website und einen Instagram-Feed, die du bebildern möchtest. Aber warum? Warum kannst du sie nicht einfach nur mit Text – und vielleicht ein bisschen Grafik – stehen lassen?

 

  • Weil du es schöner findest, wenn schicke Bilder drauf sind?
  • Weil das alle machen?
  • Weil du so die langen Texte gliedern oder auflockern kannst?

 

Zwar richtig, aber das sind nicht die wichtigsten Punkte.

Gute Website-Fotos entstehen nicht mal einfach so. Sie sind keine simplen Bilder, die zu Businessfotos werden, nur, weil du ein Kostüm oder einen Sakko trägst.

Businessfotos (Website-Fotos, Bilder für deinen Instagram-Feed, Aufnahmen für deinen Katalog, etc…) sind Werbefotos. Sie HANDELN von deinem Business.

Sie zeigen auf einem Blick sehr viele, relevante Infos – was Texte in der kurzen Zeit gar nicht schaffen können.

Diese Bilder bringen ohne Worte auf den Punkt, wer du bist, was du machst, was dich auszeichnet und für wen dein Angebot ist.

 

Werbefotos haben gegenüber Werbetexten unglaubliche Vorteile, die du fantastisch für dich nutzen kannst und sollst – vorausgesetzt, du weißt, wie.

Damit deine Businessfotos ihren Job erfüllen (Leute neugierig machen, verblüffen, inspirieren, berühren, Lust auf eine Zusammenarbeit machen, etc…) müssen sie – wie ein Haus – schlau geplant und gut umgesetzt werden.

Das kannst du aber nur mit der nötigen Info tun. Das kostet Zeit. Wie alles Gute, kann man auch keine tollen Bilder auf die Schnelle machen.

 

 

2.0. Du musst dein Business kennen, bevor du ein Business Fotoshooting buchst!

 

Es gibt eine Reihe von Fragen, die du – wie aus der Pistole geschossen – beantwortet haben solltest, bevor du ein Business Fotoshooting buchst. Wie sonst willst du deinem Fotografen erklären, welche Bilder du brauchst?

Und das ist der springende Punkt: Diesen Teil vernachlässigen 90% der Leute. Oder sie wissen es schlichtweg nicht.

Lass uns anschauen, was du über dein Business wissen musst, damit dein Fotoshooting nicht verpufft.

 

 

2.1. Du kennst deinen Wunschkunden

 

Je genauer du deine Zielgruppe definiert hast, umso besser kannst du für sie Fotos machen lassen. Denn – die Bilder sind ja nicht für dich, sondern für deine (potenziellen) Kunden.

Lass uns beim Haus-Beispiel bleiben: Der Architekt muss wissen, für wen das Haus gebaut werden soll. Der Plan sieht ganz anders aus, wenn am Ende ein junges Paar einzieht, das keinerlei Einschränkungen hat, als eine Großfamilie mit einem körperlich behinderten Kind im Rollstuhl. Mit “barrierrefrei” ist es nicht getan. Auf Teppich bewegt sich der Rollstuhlfahrer kaum oder schwerllich. Auf glglatten Oberflächen perfekt. Küchenschränke und Waschplätze sind so gebaut, dass sie mit dem Rollstuhl unterfahren werden können. Die Ablageflächen dürfen nur so hoch sein, dass sie aus dem Rollstuhl dennoch gut erreichbar sind. Usw…

Mit deinen Businessfotos ist es genauso.

Der Fotograf kann technisch noch so versiert sein und auch tolle Ideen haben: Die Fotos werden nicht spezifisch genug sein, wenn du nicht genau weißt, für wen diese Bilder sind. Je genauer du das weißt, umso konkreter kannst du sie in Auftrag geben – und umso mehr werden sich deine Interessenten angesprochen fühlen. Deshalb brauchst du erstmal eine Bildkonzeption: Bildmotive, die ziehen.

Die Regel ist einfach: Je weniger du über dein Business weißt, umso schwammiger sind deine Foto-Wünsche, umso allgemeiner und nichtssagender werden deine Bilder. Sobald du diese typische Mainstream-Aufnahmen hast, merkst du, dass dein Business Fotoshooting ein Reinfall war.

 

 

2.2. Du hast deine Nische gefunden

 

Angenommen, du bist Yoga-Lehrerin und sagst: Meine Kurse sind für alle Frauen zwischen 30 und 50.

Hm. Wer wird sich angesprochen fühlen: Die 31-jährige Hipster-Braut, die ein bisschen chillen will, bevor es in den Club geht, die 42-jährige Mutter, die wieder so aussehen möchte, wie vor der Schwangerschaft, oder eine, die Rückenschmerzen hat, weil sie so viel am Laptop arbeitet?

Alle 3 Kundinnen wollen Yoga machen, aber aus ganz unterschiedlichen Gründen. Worauf willst du dich spezialisieren? Was ist deine Nische, die ganz konkrete Menschen mit konkreten Problemen und Wünschen anspricht?

 

 

2.3. Deine Website ist fertig

 

Es wird schwer sein, passende Fotos für deine Website einzuplanen, wenn sie noch nicht fertig ist. Businessfotos sollen zwischen dem vielen Text nicht nur eine hübsche Abwechslung sein, sondern deine Besucher leiten.

Darum musst du vorher wissen, welche Bilder wohin kommen und welche Aussage sie haben sollten.

Ein Header-Foto hat beispielsweise ganz andere Aufgaben, als ein Portrait neben dem Call to Action.

Eine Website sollte eine Reihe unterschiedlicher Bild-Arten beherbergen, die jeweils eine (oder mehrere) andere Aufgabe haben um die Leute zur gewünschten Handlung zu bringen.

Diese gewünschte Handlung (Conversion) kann vielfältig sein. Sie kann z.B. den Besucher neugierig weiter scrollen lassen, ihn dazu veranlassen, dich zu kontaktieren, sich für deinen Newsletter anzumelden, dir auf Instagram zu folgen oder dein Angebot zu buchen.

Ist deine Website halb-fertig, oder fehlt ihr eine klare Struktur, kannst du die unterschiedlichen Bilder weder machen lassen, noch zuordnen. Somit können sie sich strategisch nicht entfalten.

 

 

2.4. Du weißt grob, welchen Content du schreiben möchtest

 

Vielleicht hast du schon davon gehört, wie wichtig es für deine Google-Ranking ist, dass ein Text mit einem Bild daneben (oder zumindest nah am Text) zusammenpassen?

Wenn es dir (noch) nicht klar ist, welchen roten Faden deine Inhalte haben sollen, und wo was für Inhalte hinkommen, solltest du dir erstmal einen Content-Plan machen.

 

  • Welche Texte kommen auf deine Unterseiten?
  • Worum geht es bei dir?
  • Welche hilfreichen Infos möchtest du rausgeben?

 

Natürlich kannst du trotzdem ein Business Fotoshooting buchen, aber dann solltest du schauen, dass du deine Texte an die Fotos, die sich in Text-Nähe befinden, anpasst.

 

 

2.5. Dein Alleinstellungsmerkmal (USP) ist ausgearbeitet

 

Kennst du Jever? Du weißt schon: „Friesisch herb.“ In der Werbung sehen wir eine raue Nordsee-Landschaft, einen dramatischen Himmel, ganz schön viel Wind in den Haaren und einen markanten Typen. Ein tolles Beispiel für die Harmonie zwischen Bild und dem Text (Slogan).

 

Was macht dich und deine Marke besonders?

  • Ein außergewöhnliches Verfahren, was du dir ausgeklügelt hast?
  • Eine ungewöhnliche Herangehensweise, was in deiner Branche sonst niemand macht?
  • Verwendest du spezielle Materialien oder von dir entworfenes Werkzeug?

 

 

2.6. Dir sind die Werte deiner Marke klar

 

Es gibt inzwischen unzählige Kosmetikfirmen mit endlos vielen Produkten. Wenn ich zu DM oder Rossmann gehe, wird es mir schwindelig von der Auswahl. Umso wichtiger finde ich, dass ich auf Anhieb erkenne: Ja, ich identifiziere mich mit den Werten dieser Firma. Ich finde sie sympathisch, also kaufe ich ihr Produkt – und nicht das von den anderen. Diese Gedanken laufen meistens unbewusst ab. Bilder haben eine starke Symbolkraft, arbeiten im Unterbewusstsein und verleiten uns zu Assoziationen (Gedankenketten).

Zufälliger Weise mache ich das Marketing und die Fotos für eine Naturkosmetik-Firma. Zwar sitzt sie in Deutschland, haben die Macher marokkanische Wurzeln. Ihr Slogan ist cool und passend zugleich:

Die Natur ist unser Maßstab.

Eine starke Aussage mit einem sofort erkennbaren Wert. Im Weiteren sind ihnen Transparenz, Ehrlichkeit und ihre traditionellen, marokkanischen und naturnahen Pflegerituale wichtig. Ein wichtiger Inhaltsstoff ihrer Produkte ist Olivenöl, warum wir einige unserer Fotos auf einer Olivenplantage in Marokko geschossen haben.

 

 

  • Was ist dir wichtig?
  • Welche Werte vertritt deine Marke?

 

 

2.7. Deine Angebote (Produkte oder abstrakte Angebote) stehen

 

Spätestens, wenn du deine Salespages schreibst, musst du wissen, was du verkaufst. Ob es physische Produkte oder abstrakte Angebote sind – sie müssen klar definiert sein.

Produkte zu fotografieren scheint erstmal die einfachere Aufgabe zu sein. Doch es ist nicht egal, wie du sie zeigst. Nüchterne Studioaufnahmen, die sehr informativ sein können, sind elementar – schließlich wollen deine potenziellen Kunden wissen, welche Farben, Materialien, Größen, etc… deine Artikel haben.

Aber um deine Produkte fühlbar und erlebbar zu machen, braucht es mehr, als gut ausgeleuchtete Fotos.

Was willst du bei deinem Kunden mit deinem Produkt erreichen? Welche Veränderung bringt ihm dein Produkt?

Bei Dienstleistungen ist es auch nicht anders: Wie fühlt sich dein Kunde, nach deiner Beratung, deinem Coaching, Training, etc…?

 

 

2.8. Du weißt in etwa, welches Erscheinungsbild (Corporate Identity) deine Marke haben soll

 

Bilder können eine bestimmte Stimmung in deine Website und deine Marke zaubern – und tun sie das auch, aber oft ungewollt. Mache dir bewusst, wie du wirken möchtest. Erfinde dabei kein Image, sondern nimm deine Markenwerte und Botschaften zur Hilfe.

Je nach Farben, Kontraste, Perspektiven, Schärfe-Unschärfe, etc… kannst du die gleiche Aussage in eine cleane, romantische, verrückte, ruhige, freundliche, wilde, etc… Atmosphäre verwandeln.

Die Umsetzung muss dein Fotograf machen. Aber die Strategie dahinter ist deine Aufgabe.

Merke: Je mehr du dich in dein Projekt Website-Fotos einbringst, umso mehr Kontrolle hast du darüber, was für Bilder entstehen.

 

Deine Fragen sind u.a. diese hier:

  • Wie soll sich dein Website-Besucher fühlen, wenn deine Startseite aufgeht?
  • Wie ist deine Marke angehaucht und wie bist du drauf?
  • Welche Farben, Formen, Bildmotive, Lichtstimmungen, etc… könnten dazu passen?

 

Oft geht die Entstehung vom Erscheinungsbild deiner Marke und die Website-Fotos Hand in Hand miteinander.

 

 

3.0. Aber ich brauche JETZT ein Business-Fotoshooting!

 

Gut. Wenn du frisch im Business bist, dir die Zeit davon rennt und/oder du einen One-Pager hast, fang mit einem kleinen Business-Fotoshooting an:

Bebildere deine Webseite erstmal mit 4-6 wirklich guten Portraits.

 

Mit „gut“ meine ich:

  • Gib deinem Business dein Gesicht! Deine Besucher wollen sehen, mit wem sie es zu tun haben.
  • Lass die Finger von gestellten Fotos und setze auf Natürlichkeit. Sonst hat das Bild nichts mit deiner Person zu tun. Dabei möchtest du bestimmte Menschen anziehen. Wie sollen sie erkennen, ob du zu ihnen passt, wenn du ein falsches/aufgesetztes Bild von dir zeigst?

 

Willst du also mit charmanten Portraits starten?
Dann schaue dir mein Paket “Businessportrait Fotoshooting” an!

 

Der Rest entwickelt sich mit der Zeit.

Mache dir Notizen, beobachte deine Kunden, stelle ihnen Fragen, schaue, was sie kaufen.

All diese – und noch viel mehr – Infos sind unabdingbar für wirksame Website-Fotos, Businessfotos, Werbefotos.

 

 

4.0. Fazit – Der richtige Zeitpunkt für ein Business-Fotoshooting

 

  • Gute Businessfotos entstehen niemals zwischen Tür und Angel.
  • Gute Businessfotos sind Bilder, die für dich Werbung machen. Sie sind also Werbefotos.
    Bilder können nur dann Werbung für dich machen, wenn sie gut geplant und strategisch platziert sind.
  • Um sie zu planen, musst du dein Business von Innen durchleuchten.
  • Damit dein Fotograf dich versteht und deine Wünsche erfüllt, musst du ihm klare Infos liefern – der Fotograf ist ein Handwerker–Künstler. Und kein Marketing-Experte. Jedenfalls die Meisten nicht.
  • Du musst wissen, welche Bilder dein Business braucht.

 

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Zsu

Zsu

Ich bin Zsu, Bild-Beraterin und Businessfotografin.

Mein Ziel ist es dir zu zeigen, wie du mit Bildern Menschen überzeugst.
Kaufentscheidungen sind emotionale Entscheidungen: Es gibt kein Verkaufstool, was mehr wirkt, als emotionale Bilder.
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