Werbefotos vs. Werbetexte: Was ist wichtiger?

von | 16. Apr 2021 | Allgemein, Tipps Website Fotos | 0 Kommentare

Errätst du, worum es im oberen Werbefoto geht? (Es ist das Bild eines Brasilianischen Kondomeherstellers.)

Nun, wenn’s um den Streit geht, ob Werbetexte wichtiger sind als Werbefotos,  ist  dieses Bild ein Paradebeispiel dafür, dass es mehr sagt, als 1000 Worte.  Übrigens, wenn du es mit 1000 Worten immer noch nicht geschafft hast, deinen Inhalt zum Punkt zu bringen, greif lieber zu Fotos. 😉

Das ist mein Thema heute: Werbefotos  vs. Werbetexte. Viele Selbstständige investieren eine Menge Zeit, Geld und Arbeit in ihre Werbetexte – oder ihren Werbetexter. (Conversion Copywriter) Aber sie zögern und sparen, wenn’s um die Werbefotos geht. Warum eigentlich?

1.0. Werbetexte vs. Werbefotos: Der Mensch erfasst Bilder schneller & einfacher als Texte

Weißt du, was passiert, wenn ein Fremder deine Website anklickt? 

Deine Startseite geht auf und dein Besucher hat spätestens nach 3 Sekunden ein Gefühl, mit dem er dich verbindet. Allerdings NICHT durch deinen prägnanten Vorstellungs-Text, dem Elevator Pitch.  (Der kurze Satz, was man bei dir findet, für wen und warum.) Denn um Texte zu verstehen, braucht unser Hirn viel mehr Zeit. (Wir müssen die Texte erst lesen und dann noch verstehen.)

Bilder dagegen erfassen wir in Sekundenschnelle, weil wir sie meistens nicht analysieren und als eine Einheit begreifen.

Dein Website-Besucher macht sich mit deinem Startfoto buchstäblich ein Bild von dir (und deiner Marke).

Dieses innere Bild beeinflusst ihn dabei, ob er bleibt oder geht. 

Normaler Weise ist das Erste, was dein Website-Besucher wahrnimmt, dein Header-Foto. (Dieses meist längliche Startbild oder Hero-Shot.) Das ist das wichtigste Foto „above the fold“ (im Webdesign der Bereich einer Seite, den der Besucher auf einem Blick sieht, ohne nach unten zu scrollen).

Dieses Header Foto ist nicht umsonst an der prominentesten Stelle deiner Homepage/Landingpage/Salespage platziert: Dein Besucher soll sofort wissen, ob deine Website für ihn relevant ist.

Bringt dein Header-Foto – oder Hero-Shot – die nötigen  Informationen nicht mit, kann es gut sein, dass dein Interessent abspringt.

 

 Meine Tipps zu Header-Fotos: 

  • Lass die Finger von einem gekauften Stockfoto anstelle deines Headers! Nimm ein eigenes Bild!
  • Wähle diesen Bildinhalt spezifisch. Was zeichnet dich aus?
  • Achte darauf, dass dieses erste Foto deinem Besucher die nötigen Infos gibt.

 

Tipps für andere Website-Fotos: 

  • Bebildere deine Texte mit passenden Fotos. Das bedeutet nicht, dass man auf den Bildern genau das sehen muss, was im text steht. Greife einfach dein Thema sinnvoll auf und visualisiere es.
  • Ersetze komplizierte Texte durch Bilder. Das können Fotos, bewegte Bilder (Videos) oder Grafiken sein.
  • Nimm Bilder, die für deine Website-Besucher eindeutig-verständlich sind. (Bilder, die EINEN klaren Fokus haben.)

 

 

1.1. Bilder wirken emotional

 

Mir fällt zunehmend auf, wie viele weltbekannte, große Marken ihre Werbung ändern: Statt ihre Produkte/Dienstleistungen anzupreisen, erzählen sie Geschichten in Bildern. (visual Storytelling)

Der Grund ist einfach:

Kaufentscheidungen sind meist emotionale Entscheidungen.

Während unser Verstand noch Gründe sucht und überlegt, hat sich unser Bauch schon längst entschieden.

Bilder beeinflussen die Gefühle des Betrachters. Sie wirken stark und subtil. Ein Bild, das du gesehen hast, arbeitet in deinem Unterbewusstsein und tritt eine Reihe von Assoziationen los. Du kannst dich dieser Wirkung kaum entziehen, oder dieses Bild ungesehen machen. 

Es gibt ja den Spruch: „Ich kriege diese Bilder einfach nicht aus meinem Kopf.“

Deshalb gehören Bilder zu den stärksten Marketing-Werkzeugen.

Warum sonst investieren berühmte Marken so viel Geld in Foto-Werbekampagnen und Werbefilme?

 

 

Meine Tipps:

Setze Moodbilder ein, die in deinem Kontext

  • neugierig machen,
  • Freude auslösen,
  • zum Nachdenken anregen,
  • Spannung erzeugen,
  • überraschen,
  • erinnern,
  • oder zum Lachen bringen.

 

Verzichte auf Gefühlsduselei! Zwar kann man auf die Tränendrüse drücken, kommt das oft billig rüber.

Setze lieber auf kleinere, aber echte Emotionen, die wirklich Teil deiner Arbeit sind. (Markenwerte, Wünsche/Ziele deiner Kunden, positive Veränderung durch deine Angebote, etc…)

Lass die Finger von gestellten Fotos, bzw. geflunkerten Bildinhalten!

1.2. Bilder besitzen eine höhere Glaubwürdigkeit als Texte

 

Trotz Photoshop & Co. neigen wir immer noch dazu, Bildern zu glauben. Wir nehmen sie meistens als eine Selbstverständlichkeit hin. Während wir Texte analysieren und sie auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen.

 

Meine Tipps:

  • Verzichte auf Stockfotos, die nichts mit dir und deinem Business zu tun haben.
  • Lass die Finger von gestellten Portraits und Fake-Situationen.
  • Gib deinem Leser einen Einblick in deine Arbeit.
  • Zeige deinem Website-Besucher realitätsnahe Bilder.

 

 

1.3. Bilder geben auf einem Blick viel Information

 

Es gibt viele Websites mit ellenlangen Texten. Zum Teil sind ausführliche Angebotsbeschreibungen wichtig, zum Teil kann der Leser bei’m Buchstabensalat schnell abspringen.

Passende Bilder können solche Texte nicht nur auflockern und den Augen eine Pause bieten. Wenn sie gut gemacht sind, liefern sie die gleichen Infos in nur wenigen, treffenden Fotos.

Bilder können komplizierte Sachverhalte veranschaulichen, und das häufig  unabhängig von der Muttersprache und der Kultur.

Wie bereits unter 1.1. beschrieben, erfasst der Mensch Bilder schneller und leichter als Texte. Internet-User sind oft ungeduldig. Ihre durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne liegt bei etwa 8 Sekunden.

 

Meine Tipps:

  • Nimm nichtssagende Fotos von der Website, die keine relevanten Infos über dein Business geben!
  • Platziere Bilder, die deinem potenziellen Kunden mit einem Blick zeigen, was ihn bei dir erwartet.
  • Nutze Fotos, Videos oder Grafiken, um komplizierte Sachverhalte leicht zu vermitteln.

 

 

1.4. Gute Werbefotos wecken das Interesse und lenken die Aufmerksamkeit

Ich erinnere mich an einen Palmers Werbeplakat aus den 90ern. Dieses Foto hat damals mehrere Auffahr-Unfälle verursacht, weil die Fahrer etwas abgelenkt waren. (Auf dem Plakat lagen 5 Frauen in sexy Unterwäsche auf dem Bauch.)

Wir kennen aber neugierige Gaffer auf der Straße, die auf das schreckliche, unerwartete, etc… Bild, wie ein furchtbarer Unfall oder spannende Dreharbeiten aufmerksam geworden sind. Sie sind von der Szene, von diesem Bild abgelenkt.

Vielleicht kennst du das selber: Du scrollst auf Instagram schnell runter, plötzlich packt dich ein Foto. Er ist der Türöffner, damit du den dazu gehörigen Artikel liest. Hätten andere Posts ein – für dich – ebenso spannendes Bild gehabt, hättest du sie womöglich auch gelesen.

Die Statistik zeigt: Artikel, die mit dazu passenden und prägnanten Bildern gestaltet sind, haben etwa 8-10% mehr Leser. Bildstrecken schauen wir noch länger an, und zugehörige Artikel lesen wir häufiger.

Meine Tipps:

  • Überrasche deinen Website-Besucher mit unerwarteten Bildmotiven! (Was ist atypisch für deine Branche? Was trauen sich andere nicht zu zeigen? Sei originell, witzig und scharfsinnig!
  • Starte deinen Blogbeitrag mit einem spannenden Foto!
  • Setze ganze Bildstrecken ein! (Z.B. auf der Salespage oder der über mich-Seite.)

 

Bist du dir unsicher, wie du das anfangen sollst? Mein Video Minikurs hilft dir auf die Sprünge! Lade ihn für 0,- Cent runter und starte jetzt mit der sinnvollen Planung deiner Website-Fotos! 

 

 

1.5. Werbefotos geben deiner Marke einen sofort erkennbaren Stil 

Während es schon einige Werbetexte braucht, bis ich ein Gefühl für deinen Stil kriege, zeigen mir das deine Bilder schneller und deutlicher. (Vorausgesetzt, du hast dich auf einen Look festgelegt und hast ihn durchgezogen.)

Eine italienische Trattoria mit karierten Tischdecken, rustikalem Deko und einer deftigen Speisekarte mit Hauswein braucht eine andere Aufmachung, als der Edel-Italiener, der 5 sehr teuere und feine Gerichte, eine pompöse Einrichtung und 2 Michelin-Sterne hat. 

 

Meine Tipps:

  • Deine Bilder sollen deine Werte ausdrücken und zu deinem Publikum passen.
  • Zeige klar und deutlich, welchen Stil, welche Qualität, welche Persönlichkeit deine Leute bei dir erwarten können.
  • Passe deine Bilder an deine Corporate Identity (Erscheinungsbild) an – oder umgekehrt. Das verstärkt die Glaubwürdigkeit.

 

 

2.0. Werbetexte vs. Werbefotos – was ist also wichtiger?

Beides!

Ich kenne Unmengen von Websites. Allerdings habe ich bisher nur 4 gesehen, die auch mit durchschnittlichen Bildern auskommen:

Diese 4 Websites gehören Journalisten und Conversion Copywritern. Ihre Texte sind so stark, dass sie auf Werbefotos verzichten können.

Es gibt allerdings Berufe, die visuell dargestellt werden sollten. Ein Tischler, ein Fotograf oder ein Designer können weit und breit ihre Arbeitsweise beschreiben. Aber man muss ihre Bilder und Produkte sehen.

 

Am besten ist und bleibt die Kombi:  Starke Werbefotos mit starken Werbetexten.

Übrigens: so, wie die Strategie vor einem guten Werbetext steht, so steht auch eine Strategie vor guten Werbefotos.

 

Welche du auch erstellst, musst du immer vor Augen haben:

  • Kenne deine Ziele!
  • Kenne den Kontext!
  • Kenne deinen Interessenten!

 

Einige Beispiele:

Starke Werbefotos brauchen keinen Text.

Die Benetton-Kampagne aus den 90ern:

Cooler Werbetext, passendes Werbefoto 

Baldessarini: “What separates men from boys.”

 

WonderBra: “Fits naturally”

 

Die perfekte Harmonie zwichen Text und Bild: 

 

Manchmal sind Bilder wirklich nur hübsches Beiwerk: 

 

 

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Zsu

Zsu

Ich bin Zsu, Bild-Beraterin und Businessfotografin.

Mein Ziel ist es dir zu zeigen, wie du mit Bildern Menschen überzeugst.
Kaufentscheidungen sind emotionale Entscheidungen: Es gibt kein Verkaufstool, was mehr wirkt, als emotionale Bilder.
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